Danke, Mama!

Danke, Mama!

Muttertag! Viel wird heute geschenkt und gedankt. Das Offensichtliche derweil verleugnet. Kein Job in unserer Gesellschaft ist so wenig geachtet wie der der Mutter. Obwohl dieser unersetzlicher und wichtiger ist als jeder andere. Es ist schon paradox. Entscheidet sich eine Mutter, für ihre Mutterschaft möglichst wenig Zeit zu Hause zu bleiben und möglichst bald wieder arbeiten zu gehen, wird sie belohnt. Der Staat bezahlt dann einen teuren Krippenplatz. Das heißt: mit dem von anderen Leuten erwirtschafteten Geld wird jemand bezahlt, der an der Stelle der Mutter auf das Baby aufpasst. Die berufstätige Mutter bekommt eine Rente. Entscheidet die Mutter sich jedoch für das, was in unserer eigenen Kindheit noch völlig normal war, nämlich für ihre Kinder zu Hause zu bleiben, bekommt sie dafür kein Geld. Die Familie muss mit nur einem Gehalt auskommen. Ihre spätere Rente ist minimal und gefällt es ihrem Gatten, sich von ihr scheiden zu lassen, wird sie dafür bestraft, die besten Jahre ihres Lebens für ihre Kinder gegeben zu haben. Ich möchte mit diesem Post nicht schlechte Laune verbreiten, sondern auf eine reale Ungerechtigkeit hinweisen. Wie? Wenn eine Mutter auf ihr eigenes Kind aufpasst, ist das keine Arbeit, doch wenn die selbe Mutter in einer Kita auf ein fremdes Kind aufpasst, dann ist das Arbeit, die Lohn verdient? Genau mein Humor. Es sind doch gerade Familien mit Kindern, die diejenigen späteren Steuerzahler hervorbringen, die die Rente auch jener bezahlen, die heute keine Kinder haben. Mir liegt es fern, irgendwen für seine Lebensentscheidung zu kritisieren. Jeder ist frei zu wählen. Doch ich bin fest davon überzeugt, dass die Rolle einer Mutter unersetzlich ist. In den ersten Lebensjahren kann keine andere Bezugsperson, nicht einmal der Vater, die enge Bindung ersetzen, wie die zwischen Mama und Kind. Denn die Mutter ist der einzige Mensch auf Erden, zu dem das Kind niemals erst eine Bindung aufbauen muss. Sie ist nämlich von Mutterleib an da. Deshalb gibt es nichts, was einem Menschen so viel emotionale Stabilität verleiht wie eine empathische, präsente Mutter in den ersten 4 Lebensjahren. Diese überaus unpopuläre Wahrheit wird von der Psychologie seit vielen Jahren eindrucksvoll bestätigt. Doch sie passt nicht ins Bild. Sie passt nicht ins Bild der modernen Frau. Denn in diesem Bild ist es ganz großartig und erfolgreich, wenn eine Frau in einer Werbeagentur, beim Zahnarzt, in der Steuerbehörde oder bei Google arbeitet, doch bemitleidenswert, wenn sie sich entscheidet, bei ihren Kindern zu hause zu bleiben. Derweil ist sie bei Google und in der Agentur ersetzbar, bei ihren Kindern niemals. Die zerbrechlichen ersten Lebensjahre kommen niemals wieder… Sie passt auch nicht in das finanzielle Bild einer Gesellschaft, in der es schlichtweg darum geht, dass möglichst viele Leute viele Steuern erwirtschaften. Mir liegt es fern, berufstätige Frauen zu kritisieren. Wie vielen fehlt es dafür einfach an Rückhalt der Männer und des Staates. Vielmehr möchte ich jenen eine Stimme und Wertschätzung geben, die sich für diesen heute unpopulären Weg entgegen finanzieller Nachteile entschieden haben. Sie sind die wahren Helden. Sie säen etwas in die Welt und die Gesellschaft, was so unendlich kostbar ist und immer mehr Menschen schmerzvoll und lebenslänglich abgeht: eine Herzensheimat. Danke, Mama!